Wie lange Dutch Oven einbrennen?

Der Dutch Oven – ein gusseisernes Schwergewicht mit Kultstatus. Doch bevor man sich mit Schmorgerichten, Pulled Pork und Chili con Carne austoben kann, steht eine scheinbar mystische Prozedur bevor: das Einbrennen. Aber keine Panik – mit einer Portion Geduld, einem Hauch Öl und einer guten Dosis Rauch geht das fast von selbst. Fast.

Was bedeutet „Einbrennen“ überhaupt?

Ein Dutch Oven wird aus rohem Gusseisen gefertigt, das sehr langlebig ist, aber auch rostanfällig. Beim Einbrennen bildet sich eine schützende Patina – eine Art natürliche Antihaftschicht, die nicht nur vor Rost schützt, sondern auch das Anhaften von Speisen verhindert. Man könnte sagen: das gusseiserne Äquivalent zur Teflonpfanne, nur viel rustikaler.

Diese Schicht entsteht, wenn Öl bei hoher Temperatur oxidiert und sich mit dem Eisen verbindet. Je besser die Patina, desto einfacher wird das Kochen – und desto mehr beneiden einen die Nachbarn beim nächsten Gartenfest. Ein gut eingebrannter Dutch Oven ist ein Schatz fürs Leben, den man am besten mit Würde (und Grillhandschuhen) behandelt.

Wie lange dauert das Einbrennen wirklich?

Ah, die Frage aller Fragen. Die ehrliche Antwort? Es kommt drauf an. In der Regel dauert ein Einbrennvorgang etwa 60 bis 90 Minuten. Und ja, man sollte diesen Prozess ruhig zwei- oder dreimal wiederholen, um eine stabile Patina aufzubauen. Wer glaubt, er sei nach einer Runde fertig, wird schnell feststellen, dass die erste Bratwurst am Boden klebt wie ein verliebter Teenager am Handy.

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Das bedeutet also: Geduld ist hier keine Tugend, sondern Pflicht. Aber keine Sorge – man kann die Zeit hervorragend nutzen, um sich mit einem Kaltgetränk neben den Grill zu setzen und das sanfte Rauchen des Dutch Ovens zu beobachten. Vielleicht sogar mit einem Fächer, um sich den Qualm aus dem Gesicht zu wedeln. Very elegant.

Welches Öl ist das richtige?

Hier scheiden sich die Geister. Manche schwören auf Leinöl, andere auf Sonnenblumenöl. Wichtig ist: das Öl sollte einen hohen Rauchpunkt haben. Denn wir wollen eine Patina, keinen Flammenwerfer. Leinöl zum Beispiel polymerisiert gut, neigt aber auch dazu, bei falscher Temperatur klebrig zu werden – wie Karamell auf dem Autositz im Hochsommer.

Eine gute Wahl ist daher raffiniertes Sonnenblumenöl oder Rapsöl. Diese Öle sind günstig, leicht verfügbar und verbrennen nicht gleich bei der ersten Hitzewelle. Hauptsache, das Öl wird dünn aufgetragen – wir wollen kein Frittierbad, sondern eine zarte Schutzschicht. Weniger ist hier definitiv mehr.

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Tipps für ein perfektes Ergebnis

Der Dutch Oven sollte vor dem Einbrennen gründlich gereinigt und komplett trocken sein. Feuchtigkeit ist der natürliche Feind des Gusseisens – wie Zucker für Diabetiker. Danach wird das Öl mit einem Tuch gleichmäßig einmassiert, bis alles glänzt wie ein frisch gewachster Oldtimer. Ab in den Ofen oder Grill damit – bei 200 bis 250 Grad Celsius für etwa eine Stunde. Und Fenster auf, denn es wird rauchen. Sehr sogar.

Nach dem ersten Durchgang einfach abkühlen lassen und – falls nötig – wiederholen. Jeder Einbrennvorgang verbessert die Patina und macht den Dutch Oven zu einem treuen Begleiter für viele kulinarische Abenteuer. Und das Beste: Je öfter man ihn benutzt, desto besser wird er. Wie ein guter Wein – nur deutlich schwerer und hitzebeständiger.

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