Der Sommer lockt uns nach draußen, die Sonne scheint, das Eis schmilzt schneller als wir es essen können – und irgendwo im hohen Gras lauern sie: Bremsen! Diese kleinen fliegenden Vampire haben eine besondere Vorliebe für uns, besonders dann, wenn wir nass sind. Doch warum ist das so? Machen wir uns gemeinsam auf eine leicht augenzwinkernde Spurensuche!
Was sind Bremsen eigentlich?
Bremsen sind keine besonders netten Zeitgenossen im Reich der Insekten. Diese Fliegenart gehört zur Familie der Tabanidae und zeichnet sich dadurch aus, dass die Weibchen unser Blut saugen. Ja, nur die Damen! Die Herren der Schöpfung begnügen sich lieber mit Nektar und anderen pflanzlichen Köstlichkeiten.
Anders als Mücken verfügen Bremsen über kräftige Mundwerkzeuge. Sie schneiden regelrecht kleine Wunden in die Haut, um an das darunterliegende Blut zu gelangen. Sanft ist anders! Dieses schmerzhafte Prozedere ist übrigens der Grund, warum wir einen Bremsenstich sofort bemerken – im Gegensatz zu den hinterhältigen Mücken, die uns erst jucken lassen, wenn sie längst auf und davon sind.
Ihr Lieblingswetter? Sonnig, warm und am besten noch etwas schwül. Also genau die Art von Tagen, an denen wir am liebsten im Freibad planschen oder eine erfrischende Wanderung am Fluss unternehmen. Bremsen wissen eben, wann sie zuschlagen müssen.
Warum lieben Bremsen nasse Haut?
Jetzt wird es spannend: Nasse Haut sendet eine Art Einladungskarte an Bremsen aus. Wenn wir schwitzen oder frisch aus dem Wasser kommen, verdunstet Feuchtigkeit auf unserer Haut. Diese Verdunstung kühlt uns ab – gibt aber auch chemische Signale ab, die Bremsen förmlich anziehen.
Unser Schweiß enthält Milchsäure und andere Stoffe, die durch die Feuchtigkeit noch intensiver zur Geltung kommen. Bremsen riechen diese Duftwolken schon aus beachtlicher Entfernung. Für sie bedeutet das: “Hier gibt es ein frisches Blutbuffet, bitte zugreifen!”
Zusätzlich reflektiert nasse Haut das Licht anders als trockene Haut. Bremsen haben ziemlich gute Augen und erkennen glänzende Flächen besser. Ein glänzendes, nasses Bein signalisiert also: “Hier gibt’s was zu holen.” Wer hätte gedacht, dass ein harmloses Planschen solche Konsequenzen haben kann?
Welche Rolle spielt die Bewegung?
Man könnte meinen, mit genug Bewegung könnte man Bremsen einfach abschütteln. Falsch gedacht! Bewegung macht uns für Bremsen erst richtig interessant. Herumhüpfen, Schwimmen oder Laufen erzeugt Vibrationen und Luftbewegungen, die die Blutsauger anlocken.
Außerdem atmen wir bei körperlicher Aktivität stärker aus. Dabei entweicht mehr Kohlendioxid, ein Gas, das Bremsen magisch anzieht. Insekten haben nämlich ein feines Gespür für CO₂! Für sie sind unsere Atemwölkchen ein klares Zeichen: Hier befindet sich ein potenzielles Opfer in erreichbarer Nähe.
Wer dann noch leicht verschwitzte, glänzende Haut hat, gibt ein perfektes Ziel ab. Im Endeffekt laufen wir also wie ein blinkendes Neonschild durch die Gegend: “Frisch, saftig, verfügbar!” Kein Wunder, dass Bremsen uns auf Schritt und Tritt folgen.
Wie kann man sich schützen?
Wer sich nicht in ein Ganzkörpernetz hüllen möchte, kann auf einige einfache Tricks zurückgreifen. Helle Kleidung hilft! Bremsen mögen dunkle Farben lieber, weil sie sich stärker von der natürlichen Umgebung abheben. Mit einem schicken weißen T-Shirt macht man es den Quälgeistern etwas schwerer.
Auch spezielle Insektensprays können hilfreich sein. Allerdings sollte man darauf achten, dass sie wirklich gegen Bremsen wirken – viele Produkte sind eher auf Mücken spezialisiert. Ein kurzer Blick auf die Packungsbeschreibung kann hier vor bösen Überraschungen bewahren.
Und schließlich: Ruhe bewahren! Wildes Herumfuchteln kann Bremsen eher motivieren als vertreiben. Am besten langsam und bestimmt weggehen oder – wenn möglich – die Nähe von Wasserstellen und sumpfigen Gebieten meiden. So bleibt das sommerliche Vergnügen ungestört – zumindest meistens.
